Was für den Bundespräsidenten und seine Staatsgäste gut genug ist, war auch ganz gewiss für die Teilnehmer der Weinprobe „Mosel kann mehr als Riesling“ gut genug.
Zum Auftakt der Probe, die vom Freundschaftskreis Dieblich-Marzy organisiert wurde, kredenzte Guido Häckmanns, Wein- und Kulturbotschafter Mosel, einen gehaltvollen Rieslingsekt aus Leiwen, der auch auf Schloss Bellevue ausgeschenkt wird.
Vom Bekannten zum Unbekannten ging es dann mit einem Weißwein aus Riesling und der noch sehr neuen Rebsorte Sauvignac weiter, der mit seinen feinen Fruchtaromen begeisterte. Der zweite Weiße, eine Cuvée aus verschiedenen weißen Burgundertrauben, war dann eher eine geschmackliche Herausforderung, bot aber viel an Erkenntnis zu Anbaumethoden und Kellerarbeit. Themen, zu denen Herr Häckmanns detailliert, kenntnisreich und humorvoll referierte. Die beiden Rotweine der Probe, ein eleganter Spätburgunder und ein kräftiger Regent wurden ebenfalls ausführlich, aber nie übertrieben belehrend, kommentiert.
Es wurde deutlich, dass der lange verbotene und später eher holprig neu gestartete Rotweinanbau an der Mosel heute ganz hervorragende Weine hervorbringen kann. In diesem Zusammenhang bemerkenswert: Einst war Dieblich, neben Zeltingen-Rachtig, der wichtigste Rotweinort an der Mosel!
Die zahlreichen interessierten Fragen aus dem Kreis der Teilnehmer schufen eine gute Gesprächsatmosphäre, diese Weinprobe war nur bei den Weinen „trocken“ und bot ein ganz besonderes und rundum gelungenes Weinerlebnis.
Informationen zu den verkosteten Weinen können auf der Webseite des FSK nachgelesen werden.
Zur Freude des FSK und der Teilnehmer hat sich Herr Häckmanns bereiterklärt, weitere Veranstaltungen, etwa zu Weinen aus dem Burgund oder deutschen und französischen Schaumweinen, auszuarbeiten.
Weinprobe zum Thema:
„Mosel kann mehr als Riesling“
Sekt/Weine |
Flaschenpreis |
Weingut |
Webseite |
St. Laurentius
|
14,00 |
Laurentiusstraße 4
Tel.: +49 (0)6507 - 3836
|
|
Timo Dienhart (Bio) 2022 Sauvignac & Riesling (trocken)
|
14,80 |
Timo Dienhart |
|
Weingut Rinke
|
14,50 |
Rinke Weine
|
|
Timo Dienhart (Bio) 2021 Regent (trocken)
|
11,80 |
Timo Dienhart |
|
Robert Brösch 2015 Spätburgunder Barrique (trocken)
|
11,00 |
Weingut
Tel.: 06535 – 433 |
Warum gilt der Élysée-Vertrag als historisch?
Das Ende des Zweiten Weltkriegs lag erst knapp 18 Jahre zurück, als der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle am 22. Januar 1963 im Élysée-Palast in Paris den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichneten. Das Abkommen ging in die Geschichte ein, weil es für die Aussöhnung und Freundschaft der beiden Nachbarländer steht.
Konkret regelte der Vertrag eine enge Abstimmung der beiden Regierungen in außenpolitischen Fragen. Er legte auch regelmäßige Treffen der Ministerinnen und Minister sowie der Staats- und Regierungschefs fest. Aus dem Vertrag ging zudem nur wenige Wochen später das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) hervor. Fast zehn Millionen junge Menschen nahmen seit 1963 an mehr als 380.000 Austauschprogrammen teil.
Ein großartiges Festwochenende
Seit 1983 besteht sie nun, die Gemeindepartnerschaft zwischen Dieblich und Marzy und zur Feier des Jubiläums machte sich eine 40-köpfige Delegation von der Mosel an die Loire auf. Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Wochenende vom 17. bis 19. November wird allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben.
Gleich nach der Ankunft wartete die erste Amtshandlung auf Bürgermeister Christoph Jung, der gemeinsam mit seinem Kollegen aus Marzy, Louis-François Martin, das symbolträchtige Gastgeschenk der Deutschen, eine Stieleiche, unter dem spätherbstlichen Sternenhimmel in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses einpflanzte. Tatkräftig unterstützt von Christophe Frougnot, der die Jubiläumsfeier in Marzy ganz hervorragend vorbereitet hatte und dessen Organisationstalent im weiteren Verlauf immer wieder deutlich wurde.
Nach der Arbeit kam – wie immer in Frankreich – das Vergnügen. Beim obligatorischen Apéritif im Rathaus begrüßten M. Martin und Christophe Frougnot die Gäste nun auch ganz offiziell. Christoph Jung seinerseits bedankte sich herzlich für die Einladung und zog eine Parallele zwischen Gastgeschenk und Freundschaft: Der Baum solle und werde, genau wie die Freundschaft zwischen den Gemeinden, wachsen, gedeihen und neue Triebe hervorbringen. Weinkönigin Nadine Hörter, die die Gruppe aus Dieblich dankenswerter Weise begleitete, brachte in gewohnt charmanter Weise einen Toast auf die Partnerschaft aus. Der Abend klang dann, mit der ersten (von zahlreichen weiteren, üppigen Mahlzeiten) aus.
Am folgenden Vormittag nahmen viele aus der deutschen Delegation das Angebot der Gastgeber an und machten eine Stadtführung in Nevers mit. Die Partnerstadt von Koblenz, an die Marzy unmittelbar angrenzt, hat viel zu bieten und die kundige, sympathische und sehr gut Deutsch sprechende Stadtführerin Cécile, wusste auch den „alten Hasen“ in der Gruppe noch viel Interessantes zu erzählen. Wieder mit den Gastgebern vereint, die ihre Führung natürlich in französischer Sprache hatten, aßen die Dieblicher im Restaurant des ehemaligen Klosters der Heiligen Bernadette sehr gut zu Mittag.
Die beiden Bürgermeister verbrachten den Tag gemeinsam, und M. Martin ließ es sich nicht nehmen, seinem für ihn neuen Kollegen möglichst viel von seiner Gemeinde, auf die er zu Recht stolz ist, zu zeigen: Nach der Eröffnung einer neuen Ausstellung im Heimatmuseum von Marzy, galt es, eine Rundfahrt zum Kennenlernen des Ortes, die Siegerehrung bei einem Radrennen und die Eröffnung eines Basketballturniers zu absolvieren.
Und dies alles vor dem eigentlichen Höhepunkt des Festwochenendes: Der großen Abendveranstaltung im Festsaal von Marzy. Eröffnet wurde dieser mit einem wahren Geschenke-Marathon. Die Bürgermeister und ihre jeweiligen Ratskollegen (aus Dieblich Jan Schröder, der 2. Beigeordnete und Klaus Krall) tauschten Geschenke aus, Weinkönigin Nadine wurde nach ihrer tapfer auf Französisch vorgetragenen Rede reich beschenkt und auch die Vertreter der beiden Freundschaftskreise, Christophe Frougnot und Monika Sayk überreichten ihre Präsente für die Gemeinden und die FSKs. In ihren Reden erinnerten die Bürgermeister Martin und Jung an die Anfänge der Partnerschaft, sowohl auf lokaler als auch nationaler Ebene und äußerten übereinstimmend die Überzeugung, dass deutsch-französische Partnerschaften keineswegs überholt, sondern für die Zukunft erhaltenswert seien.
Den Auftakt des Unterhaltungsprogramms machte die Tanzgruppe ‚Folkara’jazz‘ aus Marzy mit einer gelungenen Modern-Dance-Vorführung. Wie bereits bei früheren Jubiläen war auch diesmal der Karate Dojo Kitai Dieblich am Programm beteiligt, wobei der Familie Wohlgemuth ein besonderer Dank für ihren Einsatz gebührt. Und dann begann es, das exzellente 5-Gänge-Menü, das knapp drei Stunden dauerte und keine Wünsche offenließ. Wie die Franzosen so etwas schaffen? Ganz einfach: Indem sie zwischen den Gängen schwungvoll und ausgelassen tanzen. Yves Baillon, der für die musikalische Gestaltung Verantwortliche, hatte ein mitreißendes Programm zusammengestellt. Ein besonderer Höhepunkt dabei war das Trompeten-Duett mit Georg Schuster aus Dieblich. Diesen beiden Vollblutmusikern zuzuhören, war ein Genuss. Die Freunde in Marzy wissen wahrlich, wie man feiert und stellten dabei eindrucksvolles Stehvermögen unter Beweis.
Und am Morgen danach? Fand eine urige, aber sehr angenehme und gesellige Weinprobe bei Patrick Scherer statt, der sich mit Kollegen um die Wiederbelebung der Weinbautradition in Marzy verdient macht.
Den Abschluss des Besuchs bildete ein wiederum sehr leckeres Kaltes Buffet im Festsaal. Bürgermeister Jung nutzte die Gelegenheit, M. Martin, dem Rat von Marzy, den gastgebenden Familien und Christophe Frougnot noch einmal sehr herzlich für die überwältigende und großzügige Gastfreundschaft an diesem großartigen Jubiläumswochenende zu danken.
Das ganze Erlebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Dieblich et Marzy, amis pour toujours! (Dieblich und Marzy: Freunde für immer!). Merci, Marzy!
Es gab reinlich Proviant für die Rückreise!